" Sagenhaftes " rund um  Börfink

Die folgenden Texte wurden mit freundlicher Genehmigung des Pandion Verlags, Simmern, aus dem Buch  " Sagenwelt des Hunsrückraums " von Margret Drees , 2003 by Pandion Verlag , entnommen (  ISBN  3-922929-93-1 ) .

Die Heilquelle " De gure Bure "

Am Weg zwischen Börfink und dem Grauen Kreuz befindet sich eine in Stein gefasste Quelle.

Der Sage nach hat sich dort einmal ein blinder Schäfer mit dem Wasser der Quelle die Augen gewaschen und wurde hernach wieder sehend .

Seitdem wurde die Quelle " de gure Bure " ( guter Born ) genannt . Das Wasser sollte außerdem den  "Freisem " , einen Hautausschlag, heilen . Man holte das Wasser nach Hause, um die Kranken damit zu waschen . Besonders Hautunreinheiten bei Kleinkindern wurden mit dem Wasser aus der Quelle gewaschen .

Kleidungsstücke, die zuvor die erkrankten Stellen bedeckt hatten , hängte man in den Bäumen um die Quelle herum auf. So sollen dort oftmals mehrere Jacken , Hemden, Mützchen und dergleichen gehängt haben .

Um die Heilungschancen noch zu erhöhen , wurden vielfach kleine, nach oben offene Säckchen , die mit im Quellwasser befeuchteten Roggenkörnern gefüllt waren , dazugehängt. So, wie der angefeuchtete Roggen keimte und letztlich abstarb , sollte auch der Ausschlag austrocknen und absterben .

Es gab im Hunsrück zahlreiche solcher Heilquellen , die allerdings in unserer aufgeklärten Zeit ihre Bedeutung verloren haben . Die Quelle bei Börfink ist eine der bekanntesten.

Zur Zeit des Ersten Weltkrieges nahmen diese Bittgänge ab. Die Quelle gibt es allerdings heute noch .

"Das Vorkastell"

Auf einer Anhöhe über dem Trauntal findet man die Trümmer einer keltischen Fliehburg, Vorkastell genannt .

In der Nähe dieses Vorkastells befinden sich noch weitere solcher Ringwälle. Weitaus bekannter sind der sogenannte Hun(n)enring * bei Otzenhausen, die Wildenburg und der Ringskopf. Allesamt wurden sie von den Kelten als Fliehburgen genutzt , worin man sich in Zeiten der Gefahr zurückzog und gleichzeitig neue militärische Operationen plante.

Später, so erzählt die Sage , soll auf dem Gelände des Vorkastells ein Schloß gestanden haben, dessen Bewohner " Junker Ferkel " hieß. Nachdem das Schloß zerstört war, breitete sich dort ein Wald aus, der bis ins 18. Jahrhundert " Ferrkessel " genannt wurde.

In einem unterirdischen Gang soll aus der Zeit, als das Schloß noch stand, eine goldene Kutsche mit einer goldenen Deichsel verborgen sein. Doch damit nicht genug, in der Kutsche sitzt eine wunderschöne Prinzessin, die auf ihre Erlösung wartet. Sie wartet schon so lange, daß sie vor Langeweile eingeschlafen ist, denn es ist nicht so einfach, sie zu erlösen.

Derjenige, der den Mut dazu aufbringt, muß durch einen engen Gang kriechen und unter einem schweren Mühlstein hindurch, der an einem seidenen Fädchen hängt. Es soll nichts passieren, so wird immer behauptet, aber bis jetzt hat sich noch keiner dieses Wagnis zugetraut, uns so wartet die Prinzessin immer noch auf ihre Erlösung.

* Der Hun(n)enring hat jedoch mit den nachchristlichen Hunneneinfällen nichts zu tun, denn er ist wesentlich älter; vielmehr geht man davon aus, daß der Name " Hunnenring " oder " Hunenring " " Großer Ring " bedeutete.